Regulierung & AufsichtMeldung
BaFin nimmt Finfluencer in die Pflicht, der BVK verlangt gleiche Regeln für alle
BaFin-Exekutivdirektor Thorsten Pötzsch hat Ende Juli 2026 fünf Grundregeln für Finfluencer formuliert, darunter Offenlegung von Vergütung und Interessenkonflikten und die Erlaubnispflicht bei tatsächlicher Beratung oder Vermittlung. Der BVK begrüßte am 30. Juli ein härteres Vorgehen.
Die BaFin will Finanz-Influencer in sozialen Medien genauer prüfen und bei Verstößen konsequent vorgehen. Exekutivdirektor Thorsten Pötzsch hat dazu Ende Juli 2026 in einem Gastbeitrag fünf Grundregeln formuliert: Vergütungen offenlegen, Interessenkonflikte transparent machen, Risiken ehrlich darstellen, eine Erlaubnis einholen, sobald tatsächlich beraten oder vermittelt wird, und für die eigenen Aussagen rechtlich einstehen. Neue Gesetze hält die Aufsicht nicht für nötig; die bestehenden Regeln gälten online genauso. Nach einer BaFin-Umfrage aus dem Jahr 2024 hat mehr als die Hälfte der Anleger zwischen 18 und 45 Jahren Informationen von Finfluencern bezogen.
Der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) begrüßte das Vorgehen am 30. Juli 2026. Präsident Michael H. Heinz: „Wer konkrete Empfehlungen zu Geldanlage, Versicherungen oder Altersvorsorgeprodukten gibt, trägt Verantwortung, unabhängig davon, ob dies im persönlichen Beratungsgespräch, auf einer Internetplattform oder in sozialen Medien geschieht.“ Der Verband fordert einheitliche Regeln für alle Marktteilnehmer, unabhängig vom Kanal.
Die Kleinanlegerstrategie der EU sieht zusätzlich vor, dass Finanz- und Versicherungsunternehmen, die mit Finfluencern zusammenarbeiten, schriftliche Vereinbarungen schließen und deren Aktivitäten kontrollieren müssen.
Was das für Berater heißt
Die Regeln, die die BaFin für Finfluencer aufzählt, gelten für zugelassene Vermittler längst. Neu ist, dass die Aufsicht den Wettbewerb um Aufmerksamkeit in sozialen Medien beobachtet und dass Kooperationen mit Influencern künftig vertraglich und dokumentiert sein müssen. Wer selbst auf LinkedIn oder Instagram über Produkte spricht, sollte Vergütung und Registrierung genauso sichtbar machen, wie er es von einem Finfluencer erwarten würde.
Kurz gesagt: Keine neuen Gesetze, aber ein neuer Blick der Aufsicht auf den Kanal, und ein Verband, der Gleichbehandlung verlangt.
Quellen
- BaFin: Finfluencer, Themenseite und Stellungnahmen der Aufsicht (Juli/August 2026)bafin.de/Primärquelle
- BVK: BVK unterstützt härteres Vorgehen der BaFin gegen illegale Finfluencer, Pressemitteilung vom 30. Juli 2026bvk.de/presse/Tier 2
Laut Die Finanzlage
„BaFin-Exekutivdirektor Thorsten Pötzsch hat Ende Juli 2026 fünf Grundregeln für Finfluencer formuliert, darunter Offenlegung von Vergütung und Interessenkonflikten und die Erlaubnispflicht bei tatsächlicher Beratung oder Vermittlung. Der BVK begrüßte am 30. Juli ein härteres Vorgehen.“
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