Banken & FintechMeldung
LSI‑Stresstest 2026: CET1 im Stress 14,6 %, 40 % weniger P2G
BaFin und Bundesbank haben am 24.09.2026 den LSI‑Stresstest 2026 vorgestellt: Aggregierte CET1 im Stress rund 14,6 %, etwa 40 % weniger Pillar‑2‑Guidance (Bundesbank/BaFin).
Von Leonie Brandt, Redakteurin Versicherer, Banken & Fintech

Am 24.09.2026 haben BaFin und Deutsche Bundesbank die Ergebnisse des LSI‑Stresstests 2026 vorgestellt: Im adversen Szenario sinkt die aggregierte harte Kernkapitalquote (CET1) um rund 3,8 Prozentpunkte auf etwa 14,6 Prozent, ausgehend von 18,4 Prozent (Bundesbank/BaFin, 24.09.2026). Künftig erhalten Institute eine Säule‑2‑Empfehlung (Pillar‑2‑Guidance) nur, wenn ihre Quote im Szenario unter die Gesamtanforderung des SREP plus 500 Basispunkte fällt. Die Zahl der Empfehlungen sinkt damit um etwa 40 Prozent (Bundesbank/BaFin, 24.09.2026).
Treiber des Rückgangs sind vor allem Adress‑ und Marktrisiken mit zusammen minus 7,0 Prozentpunkten. Wertberichtigungen aus Adressrisiken: minus 3,9 Prozentpunkte. Das Zinsergebnis nach Hedging: plus 7,7 Prozentpunkte (BaFin, 24.09.2026). BaFin nennt Kredite an Unternehmen und Engagements in Gewerbeimmobilien als größte Stresstreiber (24.09.2026). Mehrere Dutzend Institute kämen im Szenario in Gefahr, ihre aufsichtsrechtlichen Kapitalanforderungen zu verfehlen; weniger Institute wären betroffen als in einem ähnlich schweren Szenario 2024 (Bundesbank, 24.09.2026). Eine absolute Zahl der künftigen Säule‑2‑Empfehlungen nennt die Aufsicht nicht (Bundesbank/BaFin, 24.09.2026).
Die Erhebung ist gestrafft: statt fünf nur drei Zinsszenarien, der Horizont liegt bei drei Jahren, die Zahl der Datenpunkte sinkt um bis zu ein Drittel; mit proportionaler Lösung sparten Institute bis zu zwei Drittel (BaFin, 24.09.2026). Qualitative Fragen entfallen vollständig, zuvor waren es etwa 40 bis 50; etwa die Hälfte, vor allem kleine und nicht komplexe Institute, nutzte Befreiungen von vollständigen Bögen (BaFin, 24.09.2026). An der begleitenden Umfrage zur Ergebnislage nahmen 1.113 Institute teil, rund 90 Prozent aller Häuser mit etwa 38 Prozent der Bilanzsumme (Bundesbank, 24.09.2026).
Was das für Berater heißt
Für die Kapitalplanung bis 2028 ist ein Worst‑Year‑Effekt von rund 3,8 Prozentpunkten zu unterstellen, mit Schwerpunkt auf Unternehmens- und Gewerbeimmobilienrisiken. Prüfen Sie die Belastbarkeit der Kreditrisikomodelle und Sicherheitenprozesse dort zuerst. Der gestraffte Umfang mit weniger Szenarien und gestrichenen Fragen reduziert den Meldeaufwand; Befreiungen entlasten kleine, nicht komplexe Institute zusätzlich.
Quellen
- Ergebnisse des LSI‑Stresstests 2026: CET1 im Stress auf rund 14,6 %, weniger Institute betroffen als 2024 (24. September 2026)bundesbank.de/de/presse/pressemitteilungen/lsi-stresstest-20
- Künftig Pillar‑2‑Guidance nur unter Total‑SREP plus 500 Basispunkte, rund 40 % weniger Empfehlungen (24. September 2026)bundesbank.de/en/press/press-releases/2026-lsi-stress-test-b
- Methodik und Entlastungen im LSI‑Stresstest 2026 (24. September 2026)bafin.de/SharedDocs/Veroeffentlichungen/DE/Reden/re_260924_l
Laut Die Finanzlage
„BaFin und Bundesbank haben am 24.09.2026 den LSI‑Stresstest 2026 vorgestellt: Aggregierte CET1 im Stress rund 14,6 %, etwa 40 % weniger Pillar‑2‑Guidance (Bundesbank/BaFin).“
Diese Meldung mit Quellenlink zitieren.