Banken & FintechMeldung
Bundesbank warnt vor Risiken bei KI-gesteuerten Zahlungen
Die Bundesbank hat am 21. September 2026 in ihrem Monatsbericht vor neuen Risiken durch Agentic Payments gewarnt, bei denen KI-Agenten autonom Zahlungen steuern.
Von Leonie Brandt, Redakteurin Versicherer, Banken & Fintech

Die Bundesbank hat am 21. September 2026 in ihrem Monatsbericht vor Risiken durch Agentic Payments gewarnt. Agentic Payments sind Zahlungsprozesse, die von KI-Agenten geplant, initiiert und gesteuert werden. Bei hohem Autonomiegrad wählen diese Agenten Zahlungsmittel, Zahlungszeitpunkt und Abwicklungsweg aus und können Zahlungen innerhalb eines Mandats ohne erneute menschliche Autorisierung auslösen.
Wie sich Agentic Payments von klassischen Systemen unterscheiden
KI-Agenten treffen Entscheidungen auf Grundlage von Wahrscheinlichkeiten und des bereitgestellten Kontextes. Klassische regelbasierte Systeme arbeiten deterministisch. Die Agenten basieren auf Algorithmen des maschinellen Lernens und zeichnen sich durch Interaktion, eigenständige Planung, dynamische Anpassung und die Orchestrierung externer Software aus. Im Retail-Zahlungsverkehr kommen Agentic Payments derzeit in Verbindung mit Agentic Commerce zum Einsatz: KI-Agenten suchen, vergleichen, wählen aus und bestellen Waren und Dienstleistungen, während Agentic Payments die Zahlung abbilden.
Erste produktive Anwendungen sind am Markt vorhanden, befinden sich aber meist noch in Test-, Pilot- oder frühen Erprobungsphasen. Agentic Payments haben bislang einen geringen Marktanteil.
Welche Risiken die Bundesbank identifiziert
Mit Agentic Payments entstehen Risiken durch probabilistische Entscheidungen von KI-Agenten, Fehlentscheidungen, Manipulationen, Cyberangriffe, unklare Haftungsfragen und mögliches Herdenverhalten. Die Bundesbank identifiziert unklare Haftungsfragen als eines der Risiken, nennt aber keine konkrete rechtliche Regelung der Haftung bei Fehlentscheidungen von KI-Agenten. In der sich herausbildenden technischen Architektur zeigen sich Konzentrationstendenzen auf wenige Protokolle, Schnittstellen oder Plattformen sowie Abhängigkeiten von nicht europäischen Anbietern. Konkrete Anbieter nennt die Bundesbank nicht.
Die Bundesbank nennt als erforderliche Maßnahmen den Aufbau interoperabler Infrastrukturen, klare regulatorische Vorgaben für den Umgang mit probabilistischen Entscheidungen sowie die Etablierung geeigneter Governance-Rahmenbedingungen. Konkrete regulatorische Anforderungen oder Zeitpläne enthält der Bericht nicht.
Mögliche Vorteile
Agentic Payments könnten nach Einschätzung der Bundesbank Abwicklungskosten senken, Abwicklungszeiten verkürzen und automatisierte Dienstleistungen ermöglichen.
Was das für Berater heißt
Die Technologie ist noch nicht marktreif, steht aber bereits auf dem Radar der Aufsicht. Berater sollten verstehen, dass KI-Agenten Zahlungen nicht nach festen Regeln, sondern auf Basis von Wahrscheinlichkeiten steuern. Das macht Entscheidungen schwerer nachvollziehbar und wirft Haftungsfragen auf, die rechtlich noch nicht geklärt sind. Wer Kunden zu digitalen Zahlungslösungen berät, sollte die Unterschiede zwischen regelbasierten und KI-gesteuerten Systemen erklären können.
Quelle
- Bundesbank-Monatsbericht: Agentic Payments – wenn Zahlungen denken lernen (21. September 2026)publikationen.bundesbank.de/publikationen-de/berichte-studie
Laut Die Finanzlage
„Die Bundesbank hat am 21. September 2026 in ihrem Monatsbericht vor neuen Risiken durch Agentic Payments gewarnt, bei denen KI-Agenten autonom Zahlungen steuern.“
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