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Linke fragt nach Anlageregeln zur Frühstartrente
Die Fraktion Die Linke hat am 18. September 2026 eine Kleine Anfrage zur Frühstartrente eingereicht und fragt nach Anlagerichtlinien, sozialer Absicherung und Finanzbildungsstrategie.
Von Henrike Alsmann, Chefin vom Dienst, Regulierung & Aufsicht

Die Fraktion Die Linke hat am 18. September 2026 eine Kleine Anfrage zur Frühstartrente eingereicht. Die Fraktion fragt nach der Anlagepolitik des Bundes, nach der sozialen Absicherung des angesparten Kapitals und nach der nationalen Finanzbildungsstrategie, wie aus der Drucksache 21/8060 des Bundestags hervorgeht. Die Fraktion will unter anderem wissen, wann die Anlagerichtlinien veröffentlicht werden.
Was im Gesetzentwurf steht
Der Regierungsentwurf schreibt für die kollektive Anlage nur noch eine „global diversifizierte" Strategie vor. Wie Nachhaltigkeit " Anlage vor. Welche Anlageklassen in Frage kommen, welche Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigt werden und ob auch der „Kapitalbedarf jüngerer Unternehmen" berücksichtigt wird, soll nicht das Gesetz regeln, sondern Anlagerichtlinien, die das Bundesministerium der Finanzen im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales erlässt. Einen Termin für die Veröffentlichung nennt der Entwurf nicht.
Eltern, Großeltern oder Dritte können freiwillig bis zu 6.840 Euro im Jahr in denselben Vertrag einzahlen. Bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres dürfen keine Abschluss- und Vertriebskosten erhoben werden. Für Standarddepot-Verträge ist keine Beratung geschuldet, auch dann nicht, wenn es sich um einen Versicherungsvertrag handelt.
Was die Anfrage zu Finanzbildung und sozialer Absicherung fragt
Die Bundesregierung bezeichnet die Frühstartrente als „zentralen Bestandteil" einer nationalen Finanzbildungsstrategie, die sich in Erarbeitung befinde. Eine beschlossene Strategie, ein Zeitplan oder eine Ressortzuständigkeit sind bislang nicht öffentlich bekannt. Die Fraktion fragt nach dem Stand.
Zur sozialen Absicherung des Startkapitals enthält die Kleine Anfrage ebenfalls Fragen. Welche Regelungen die Bundesregierung dazu plant, ist nicht öffentlich bekannt. Nach dem Verfahren für schriftliche Fragen sollen Antworten binnen einer Woche nach Eingang beim Bundeskanzleramt erfolgen. Ob diese Frist eingehalten wird, ist offen.
Einordnung
Die Anfrage kommt drei Monate vor dem geplanten Start der Frühstartrente 2027. Dass die Linke nach dem Veröffentlichungstermin der Anlagerichtlinien fragt, heißt: Diese Detailfrage ist offen. Ebenso unklar ist, wie konkret die nationale Finanzbildungsstrategie ausgearbeitet ist und welche Regelungen zur sozialen Absicherung des Startkapitals geplant sind. Wer ab Januar 2027 Frühstartrenten-Verträge vermitteln will, weiß nicht, in welche Anlageklassen das Geld fließen darf, welche Nachhaltigkeitskriterien gelten und ob die Finanzbildungsstrategie mehr ist als ein Satz in der Gesetzesbegründung.
Der VOTUM e.V. fordert in einer Stellungnahme vom 31. Juli 2026, dass auf die staatliche Frühstartrente von zehn Euro monatlich keine Abschluss- und Vertriebskosten erhoben werden, aber für freiwillige zusätzliche Beiträge von bis zu 6.840 Euro jährlich eine vergütete Beratung und Vermittlung möglich bleiben muss. Eine Sonderbefragung des Deutschen Instituts für Vermögensbildung und Alterssicherung (DIVA) vom Juli 2026 zeigt, dass Beratene ihre Vorsorgemöglichkeiten deutlich besser verstehen als Nicht-Beratene: 62,7 Prozent gegenüber 44,7 Prozent. Über die Hälfte der Befragten geben an, ihr Verständnis für sinnvolles Sparen und Vorsorgen erst durch Beratung gewonnen zu haben, nämlich 51,9 Prozent.