Regulierung & AufsichtMeldung
BaFin will Illiquiditäts-Malus für Retail-Produkte
BaFin-Präsident Mark Branson hat am 18. September 2026 gegenüber dem Manager Magazin einen zusätzlichen Malus für Illiquidität bei Retail-Produkten vorgeschlagen.
Von Henrike Alsmann, Chefin vom Dienst, Regulierung & Aufsicht

BaFin-Präsident Mark Branson hat am 18. September 2026 gegenüber dem Manager Magazin einen zusätzlichen Malus für Illiquidität bei Retail-Produkten vorgeschlagen. „Es muss sich in der Zukunft bei Produkten für Retail-Anleger, die in illiquide Assets investieren, etwas ändern", sagte Branson. Der Vorschlag betrifft vor allem ELTIFs (European Long-Term Investment Funds), die seit der Regulierungsreform 2024 verstärkt an Privatanleger vertrieben werden.
Hintergrund: ELTIFs und ihre Illiquidität
ELTIFs investieren meist in Infrastrukturprojekte und andere illiquide Anlagen. Anleger können ihr Geld kaum vorzeitig abziehen. Branson schlägt vor, die Illiquidität als Indikator auszuweisen, um die Risikoeinschätzung zu erleichtern. Wie ein solcher Malus berechnet würde und wann er kommen könnte, bleibt offen.
Aufsichtspraxis bei ELTIFs
Die BaFin beobachtet nach Bransons Worten die Marktgegebenheiten und prüft, ob Produktkategorien für Verbraucher angemessen sind und fair vertrieben werden. „Wenn wir in der Vermarktung, Werbung oder Platzierung der ELTIFs etwas sehen, das nicht angemessen ist, reden wir mit dem Anbieter", sagte Branson. Die Behörde müsse dafür sorgen, dass es am Markt keine gesetzeswidrigen Angebote und kein irreführendes Marketing gebe. Konkrete Verstöße oder Verfahren nennt die BaFin nicht.
Branson nennt in dem Interview zwei Versprechen, die in der Geldanlage problematisch seien: schneller Reichtum und absolute Sicherheit.
Was das für Berater heißt
Wer ELTIFs oder ähnliche illiquide Produkte vermittelt, muss mit schärferen Transparenzanforderungen rechnen. Die BaFin achtet auf Vermarktung und Werbung, die Dokumentation der Risikoaufklärung wird wichtiger. Ein Illiquiditäts-Malus würde die Vergleichbarkeit mit liquiden Produkten verändern und könnte die Attraktivität solcher Anlagen für Retail-Kunden senken.
Kurz gesagt: Die BaFin will Retail-Produkte mit illiquiden Assets strenger kennzeichnen lassen.
Quelle
- BaFin-Interview mit Mark Branson zu ELTIFs (18. September 2026)bafin.de/SharedDocs/Veroeffentlichungen/DE/Fachartikel/2026/
Laut Die Finanzlage
„BaFin-Präsident Mark Branson hat am 18. September 2026 gegenüber dem Manager Magazin einen zusätzlichen Malus für Illiquidität bei Retail-Produkten vorgeschlagen.“
Diese Meldung mit Quellenlink zitieren.