Regulierung & AufsichtMeldung
ESAs warnen vor Nicht-EU-Abhängigkeiten und Private Credit
Die Europäischen Aufsichtsbehörden EBA, EIOPA und ESMA haben am 23. September 2026 in ihrem Herbst-Risikobericht drei Schlüsselvulnerabilitäten für das EU-Finanzsystem identifiziert: externe Abhängigkeiten, KI-gestützte Cyber-Risiken und Private Credit.
Von Henrike Alsmann, Chefin vom Dienst, Regulierung & Aufsicht

Die Europäischen Aufsichtsbehörden EBA, EIOPA und ESMA haben am 23. September 2026 in ihrem Herbst-Risikobericht drei Schwachstellen für das EU-Finanzsystem benannt: Abhängigkeit von Nicht-EU-Anbietern, KI-gestützte Cyber-Risiken und Private Credit. Banken, Versicherer und Investmentfonds stehen solide da, die ESAs sehen aber Strukturprobleme, die in Stressperioden wirksam werden könnten.
Abhängigkeit von Nicht-EU-Anbietern
Die Abhängigkeit von ICT-Dienstleistern außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums bleibt nach Einschätzung der ESAs eine Sorge. Die Aufsichtsbehörden warnen, dass die Abhängigkeit des Sektors von Nicht-EU-Anbietern und Infrastrukturen die Auswirkungen geopolitischer Schocks und operativer Störungen verstärken könnte. Banken haben zudem Finanzierungslücken in einigen Nicht-EU-Währungen, hauptsächlich bei Haushalts- und Unternehmenseinlagen in USD, GBP und CHF.
KI-gestützte Cyber-Risiken
Die schnelle Entwicklung fortgeschrittener KI-Systeme könnte Cyberangriffe nach Einschätzung der ESAs leistungsfähiger und schwerer zu kontrollieren machen. Das ermögliche böswilligen Akteuren, Schwachstellen mit beispielloser Geschwindigkeit zu identifizieren und auszunutzen. Die ESAs fordern Aufsichtsbehörden und Marktteilnehmer auf, die Widerstandsfähigkeit durch Krisenvorbereitung, Koordination der Abwicklung und anpassungsfähigere Regulierung zu stärken. Konkrete Fristen oder neue Pflichten nennt der Bericht nicht.
Private Credit
Der Private-Credit-Sektor bleibt in der EU relativ klein, die Gesamtexpositionen bei Banken und Versicherern sind begrenzt. Die ESAs warnen, dass schnelles Wachstum, begrenzte Transparenz und zunehmende Verbindungen mit dem breiteren Finanzsystem Risiken in Stressperioden schaffen könnten. Der Sektor weise Anfälligkeit durch zunehmende Komplexität, seltene und möglicherweise ungenaue Kreditbewertungen und hohes Kreditrisiko auf.
Fundamentaldaten stabil
Das EU-Finanzsystem ist trotz der benannten Herausforderungen resilient geblieben. Europäische Banken haben starke Rentabilität und hohe Kapitalquoten, unterstützt durch organische Kapitalbildung, mit niedrigen Niveaus notleidender Kredite. Investmentfonds haben erhebliche Engagements in den USA, besonders Aktien-UCITS und alternative Investmentfonds, während Rentenfonds geografisch diversifizierter sind.
Was das für Berater heißt
Die ESAs benennen Risiken, die sich nicht kurzfristig absichern lassen. Wer Kunden zu Fonds oder Versicherungen berät, sollte wissen, dass Investmentfonds erhebliche Engagements in den USA haben und dass die Abhängigkeit von Nicht-EU-ICT-Dienstleistern im gesamten Sektor besteht. Private Credit ist in der EU noch klein, die Aufsicht beobachtet das Wachstum aber kritisch. Konkrete Maßnahmen oder Fristen, die Vermittler betreffen, nennt der Bericht nicht.
Quellen
- Gemeinsamer Risikobericht der Europäischen Aufsichtsbehörden EBA, EIOPA und ESMA vom 23. September 2026 (23. September 2026)eiopa.europa.eu/esas-call-vigilance-over-external-dependenci
- Joint Committee Update on risks and vulnerabilities in the EU financial system – Autumn 2026 (PDF) (23. September 2026)eiopa.europa.eu/document/download/fe387fa7-bbe3-4cb3-9b02-df
Laut Die Finanzlage
„Die Europäischen Aufsichtsbehörden EBA, EIOPA und ESMA haben am 23. September 2026 in ihrem Herbst-Risikobericht drei Schlüsselvulnerabilitäten für das EU-Finanzsystem identifiziert: externe Abhängigkeiten, KI-gestützte Cyber-Risiken und Private Credit.“
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